Tomaten anpflanzen leicht gemacht

Tomaten ins Freiland zu pflanzen ist einer der schönsten Momente im Gartenjahr. Aber es ist auch einer, bei dem viele Fehler passieren. Zu früh raus, zu flach gepflanzt, zu wenig Abstand sind Dinge, die ich selbst erst lernen musste. In diesem Ratgeber zeige ich dir, wie du es von Anfang an richtig machst.

Wann kann man Tomaten auspflanzen?

Tomaten pflanzt man nach den Eisheiligen aus, also ab Mitte Mai. Als Eisheilige bezeichnet man die Kälteperiode um den 12. bis 15. Mai. Benannt nach den Namenstagen der Heiligen Pankratius, Servatius und Bonifatius, bringt diese Zeit in vielen Regionen noch einmal Nachtfröste. Tomaten reagieren bereits unter 10 °C mit Wachstumsstress und vertragen keinen Frost. Der Boden sollte außerdem mindestens 12 bis 15 °C warm sein.

Wer Tomaten vorzieht, sollte die Pflanzen vorher abhärten. Stelle sie in der Woche vor dem Auspflanzen tagsüber nach draußen und hol sie abends wieder rein. Wer das überspringt, riskiert einen Wachstumsschock.

🌱 Meine Erfahrung
Ich habe meine Tomaten in diesem Jahr eine Woche vor den Eisheiligen ins Hochbeet gepflanzt. Der Wetterbericht gab grünes Licht, aber als Absicherung habe ich während der Eisheiligennächte zwei Schichten Gartenvlies darübergezogen.

Standort und Nachbarn

Tomaten brauchen Sonne. Mindestens sechs bis acht Stunden direktes Sonnenlicht täglich sind nötig. Ein windgeschützter Platz tut ihnen zusätzlich gut, da Zugluft die Pflanzen austrocknet und Pilzkrankheiten begünstigt.

Die Wahl der Nachbarpflanzen ist ebenfalls wichtig. Ich setze Basilikum und Tagetes, auch als Studentenblumen bekannt, direkt neben meine Tomaten. Nicht nur aus optischen Gründen, sondern als natürlichen Schutz.

  • Basilikum verströmt ätherische Öle, die Blattläuse und weiße Fliegen fernhalten. Er lockt außerdem Bestäuber an und soll den Tomatengeschmack positiv beeinflussen.
  • Tagetes wirken auf zwei Ebenen. Über ihre Wurzeln geben sie Substanzen ab, die schädliche Nematoden (fadenförmige Würmer im Boden, die Pflanzenwurzeln befallen) zurückdrängen. Ihre Blüten ziehen Schwebfliegen an, nützliche Insekten deren Larven massenhaft Blattläuse fressen.
Das bild zeigt ein Hochbeet mit zwei Tomatenpflanzen und dazwischen Tagetes und Basilikum

Neben dem Schutzaspekt lässt sich der Platz rund um die Tomaten sinnvoll nutzen. Entscheidend ist dabei, wie tief die Nachbarpflanzen wurzeln.

  • Tiefwurzler wie Möhren oder Pastinaken strecken ihre Wurzeln weit nach unten. Sie konkurrieren kaum mit den Tomatenwurzeln und passen gut als direkte Nachbarn.
  • Flachwurzler wie Salat, Spinat oder Radiesschen wurzeln in den obersten Zentimetern. Sie eignen sich als Unterpflanzung direkt unter den Tomaten, solange noch genug Licht ankommt.
  • Schnellwüchsige Lückenfüller wie Radieschen sind früh gesät und geerntet, bevor die Tomaten viel Platz beanspruchen.

Wie viel Platz braucht eine Tomatenpflanze?

Ranktomaten brauchen 60 bis 80 cm Abstand, Buschtomaten 40 bis 50 cm. Der Abstand bestimmt die Luftzirkulation zwischen den Pflanzen. Gute Luftzirkulation ist einer der wirksamsten Faktoren gegen Pilzkrankheiten wie die Krautfäule.

  • Stab- und Ranktomaten (Sorten mit unbegrenztem Wachstum, die eine Stütze benötigen) brauchen 60 bis 80 cm Abstand.
  • Buschtomaten (Sorten mit begrenztem, kompaktem Wachstum) kommen mit 40 bis 50 cm aus.
  • Im Hochbeet empfiehlt sich die obere Grenze, damit auch bei Begleitpflanzen noch genug Luft zirkuliert.

💡 Tipp
Lieber eine Pflanze weniger als zu eng pflanzen. Enge Abstände fördern Pilzkrankheiten.

Wie tief sollte ich Tomaten einpflanzen?

Setze Tomaten so tief ein, dass nur die obersten zwei bis drei Blattebenen aus der Erde schauen. Alle Blätter darunter entfernst du vorher, sonst faulen sie im Boden.

Der Grund: Tomaten bilden entlang ihres Stängels sogenannte Adventivwurzeln. Das sind Wurzeln, die direkt aus dem Stängelgewebe wachsen und nicht aus der normalen Keimwurzel stammen. Je mehr davon im Boden sind, desto stabiler und besser versorgt ist die Pflanze.

Besonderheit bei veredelten Tomaten

Veredelte Tomaten bestehen aus zwei Teilen. Die Unterlage ist der wurzelbildende Teil, meist eine krankheitsresistente Wildtomate. Das Edelreis ist die eigentliche Sorte, die du ernten möchtest. Beide Teile werden zusammengefügt. Die Verbindungsstelle erkennst du als kleine Narbe oder Verdickung am unteren Stängel.

Diese Veredelungsstelle muss über der Erde bleiben. Wird sie eingegraben, bildet das Edelreis eigene Wurzeln. Damit umgeht es die resistente Unterlage vollständig. Bodenkrankheiten wie Fusarium (ein Pilz, der das Leitgewebe der Pflanze verstopft und zum Welken führt) oder Verticillium (eine ähnlich wirkende Pilzkrankheit) können dann eindringen. Der Vorteil der Veredelung wäre dahin.

So pflanzt du Tomaten richtig ein

  1. Pflanzloch graben, doppelt so tief wie der Wurzelballen
  2. Eine Handvoll Kompost in die Grube geben
  3. Pflanze tief einsetzen, Stängel bis knapp unter die obersten Blätter bedecken
  4. Erde andrücken und sofort gründlich gießen
  5. Stützstab direkt beim Pflanzen einschlagen, nicht erst später, da sonst Wurzeln verletzt werden
  6. Mulchschicht auflegen, um Feuchtigkeit zu halten und Erdespritzer auf die Blätter zu vermeiden

🌱 Meine Erfahrung: Wasserflaschen als Bewässerungshilfe
Ich schneide alten PET-Flaschen den Boden ab und grabe sie mit dem Deckel nach unten neben jede Tomatenpflanze ein, Deckel leicht geöffnet. Wasser, das ich von oben einfülle, läuft so direkt in die Wurzelzone statt an der Oberfläche zu verdunsten. An heißen Tagen macht das einen echten Unterschied.

Das Bild zeigt ein Beet, in das eine Flasche kopfüber und mit abgetrenntem Boden eingegraben wurde als Bewässerungshilfe

Häufige Fehler beim Einpflanzen von Tomaten

  • Zu früh pflanzen ohne Abhärtung
  • Zu flach pflanzen
  • Den Stützstab erst einschlagen wenn die Pflanze schon steht
  • Direkt nach dem Pflanzen stark düngen, was die frische Pflanze stresst
  • Untere Blätter nicht entfernen, die im Boden landen würden
  • Bei veredelten Tomaten die Veredelungsstelle eingraben

🌱 Meine Erfahrung
Den Fehler mit dem Stab habe ich selbst gemacht. Erst gepflanzt, dann den Stab daneben eingeschlagen und dabei die Wurzeln verletzt. Seitdem geht der Stab immer zuerst ins Loch.

Pflege nach dem Auspflanzen

Die erste Woche nach dem Pflanzen

Die ersten sieben Tage sind die kritischsten. Die Pflanze braucht gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe und noch keinen Dünger. Stickstoffreicher Dünger direkt nach dem Pflanzen treibt zu viel Blattmasse auf Kosten der Wurzelentwicklung.

Bei einem Kälteeinbruch lohnt es sich, ein Vlies bereitzuhalten. Unter 8 °C leidet die Pflanze spürbar, unter 5 °C ist Frostschaden möglich.

Ausgeizen

Das Bild zeigt einen Geiztrieb zwischen dem Hauptast der Tomatenpflanze und einem seitlichen Trieb

Bei Ranktomaten solltest du regelmäßig ausgeizen. Als Ausgeizen bezeichnet man das Entfernen der Geiztriebe. Das sind Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen, also im Winkel zwischen Stängel und Blattansatz. Sie nehmen der Pflanze Energie, die sonst in die Fruchtentwicklung fließen würde. Entfernst du sie früh und noch klein, geht das schnell und ohne großen Eingriff. Bei Buschtomaten ist das Ausgeizen in der Regel nicht nötig.

Untere Triebe entfernen

Entferne regelmäßig Blätter und Triebe, die in Bodennähe hängen oder den Boden berühren. Im Boden leben Krankheitserreger wie die Sporen der Krautfäule (Phytophthora infestans). Dieser Pilz greift bei feucht-warmem Wetter besonders schnell um sich. Bei Regen werden die Sporen auf bodennahe Blätter gespritzt und können von dort die ganze Pflanze befallen. Regelmäßiges Entfernen der untersten Blätter unterbricht diesen Infektionsweg.

Düngen

Frisch gepflanzte Tomaten brauchen keinen Dünger. Erst nach drei bis vier Wochen düngen, wenn die Pflanze im Boden angekommen ist. Stickstoffreicher Dünger zu früh treibt Blattmasse auf Kosten der Früchte. Besser geeignet sind spezielle Tomatendünger mit einem höheren Kaliumanteil, da Kalium die Fruchtbildung und die Widerstandskraft der Pflanze fördert. Ab dem ersten Blütenansatz regelmäßig alle ein bis zwei Wochen düngen.

Fazit

Das Bild zeigt ein Hochbeet mit Tomatenpflanzen, Tagetes, Basilikum und Salat.

Tomaten erfolgreich auspflanzen gelingt, wenn die wichtigsten Parameter stimmen. Der richtige Zeitpunkt nach den Eisheiligen, ausreichende Pflanztiefe und genug Abstand legen den Grundstein. Bei veredelten Sorten kommt die Veredelungsstelle hinzu, auf die ich weiter oben ausführlich eingegangen bin. Wer seinen Tomaten von Anfang an gute Nachbarn wie Basilikum und Tagetes mitgibt, spart sich später oft aufwendige Gegenmaßnahmen gegen Schädlinge. Das Ausgeizen, das Entfernen bodennaher Blätter und das richtige Düngen klingen nach viel, werden mit der Zeit aber zur Routine.